Notfallkarten & Kontaktdaten
Für den Fall der Fälle – vorbereitet reisen.
Ob Tageswanderung durch die Hunsrücker Wälder, Städtetrip oder längere Fernreise: Niemand plant gern für den Ernstfall, doch eine gut vorbereitete Notfallkarte kann im entscheidenden Moment Leben retten oder zumindest Stress und Missverständnisse vermeiden. Gerade wenn unterwegs etwas Unvorhergesehenes passiert – ein Sturz, ein plötzliches Unwohlsein oder ein verlorenes Gepäckstück –, sind die richtigen Kontaktdaten und Gesundheitsinformationen Gold wert. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie eine praxistaugliche Notfallkarte zusammenstellen, welche Angaben hineingehören und wie Sie Ihre Unterlagen so organisieren, dass Sie im Notfall schnell griffbereit sind – regional im Hunsrück ebenso wie auf Reisen weltweit.
Warum eine Notfallkarte sinnvoll ist
Im Alltag tragen die meisten Menschen ihr Smartphone bei sich – doch was, wenn der Akku leer ist, das Gerät beschädigt wurde oder Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Auskunft zu geben? Eine physische Notfallkarte im Portemonnaie oder in der Jackentasche bietet dann eine schnelle, analoge Informationsquelle für Ersthelfer, Rettungskräfte oder Passanten. Gerade bei Outdoor-Aktivitäten in der Region – etwa auf den zahlreichen Wanderrouten im Hunsrück – kann Mobilfunkempfang lückenhaft sein, und eine gedruckte Karte bleibt zuverlässig lesbar.
Darüber hinaus schafft eine Notfallkarte Klarheit und Struktur: Sie zwingt dazu, einmal alle wichtigen Daten zusammenzutragen, zu prüfen und aktuell zu halten. Das gilt für Allergien, chronische Erkrankungen, regelmäßig eingenommene Medikamente und die Telefonnummern von Angehörigen oder behandelnden Ärzten. Im Ernstfall spart diese Vorbereitung wertvolle Zeit und hilft, Fehlbehandlungen oder Verzögerungen zu vermeiden.

Welche Informationen gehören auf die Karte
Eine gute Notfallkarte ist kompakt, übersichtlich und enthält genau die Informationen, die im Notfall relevant sind. Zu viel Text macht sie unübersichtlich, zu wenig lässt wichtige Fragen offen. Folgende Angaben gelten als sinnvoll:
- Persönliche Daten: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Blutgruppe (falls bekannt).
- Notfallkontakte: Name und Telefonnummer von mindestens zwei Angehörigen oder Vertrauenspersonen, idealerweise mit Angabe der Beziehung (z. B. „Ehepartner“, „Tochter“).
- Hausarzt/Fachärzte: Name, Praxis und Telefonnummer des Hausarztes; bei chronischen Erkrankungen auch der behandelnde Facharzt.
- Medikamente: Liste der regelmäßig eingenommenen Präparate mit Wirkstoff und Dosierung (siehe Abschnitt Medikamente und Allergien).
- Allergien und Unverträglichkeiten: Klare Nennung bekannter Allergien (z. B. Penicillin, Nüsse, Insektengift) und besonderer Risiken.
- Chronische Erkrankungen: Kurze Stichworte zu relevanten Vorerkrankungen (z. B. Diabetes, Herzschrittmacher, Epilepsie).
- Versicherungsnummer: Krankenversicherung und ggf. Auslandskrankenversicherung (Policennummer).
- Organspende-Ausweis: Hinweis, ob ein solcher vorhanden ist und wo er sich befindet.
Verzichten Sie auf sensible Daten wie PIN-Codes oder vollständige Sozialversicherungsnummern direkt auf der Karte – diese gehören in einen separaten, geschützten Bereich (siehe Abschnitt Codes und Zugangsdaten).
Sprache und Lesbarkeit
Schreiben Sie klar und leserlich, idealerweise in Druckbuchstaben oder nutzen Sie eine Vorlage am Computer. Wenn Sie häufig international unterwegs sind, kann es sinnvoll sein, wichtige Informationen zweisprachig zu notieren – zum Beispiel auf Deutsch und Englisch. Verwenden Sie international verständliche Abkürzungen (z. B. „BP“ für Blutdruck, „DM“ für Diabetes mellitus) und vermeiden Sie Fachjargon, der Laien verwirrt.
Aufbau und Gestaltung: Papier oder digital?
Die klassische Notfallkarte ist ein laminiertes Kärtchen im Scheckkartenformat, das ins Portemonnaie passt. Vorteil: immer dabei, kein Akku nötig, robust. Nachteil: begrenzte Fläche, Aktualisierung erfordert Neudruck. Viele Menschen kombinieren deshalb Papier und digitale Lösungen.
Papier-Notfallkarte
Für die gedruckte Variante gibt es kostenlose Vorlagen im Internet oder bei Apotheken und Krankenkassen. Achten Sie auf:
- Schriftgröße: Mindestens 10 Punkt, damit die Karte auch unter Stress gut lesbar bleibt.
- Laminierung: Schützt vor Feuchtigkeit und Abnutzung; viele Copy-Shops bieten diesen Service günstig an.
- Faltung: Manche Vorlagen sind zum Falten gedacht (DIN-A5 auf Scheckkartenformat); achten Sie darauf, dass wichtige Infos außen sichtbar bleiben.
- Aktualisierung: Notieren Sie auf der Rückseite das Datum der letzten Prüfung und erneuern Sie die Karte mindestens einmal jährlich oder bei Änderungen (neue Medikamente, Umzug, neue Telefonnummer).

Digitale Notfallkarte
Moderne Smartphones bieten die Möglichkeit, Notfallinformationen direkt im Sperrbildschirm zu hinterlegen – ohne PIN-Eingabe abrufbar. Auf iOS heißt die Funktion „Notfallpass“ (in der Health-App), auf Android „Notfallinformationen“ (in den Einstellungen). Dort können Sie Namen, Kontakte, Blutgruppe, Allergien und Medikamente eintragen. Rettungskräfte wissen in der Regel, wo sie diese Infos finden.
Zusätzlich gibt es spezialisierte Apps, die Notfalldaten verschlüsselt speichern und per QR-Code oder NFC-Chip zugänglich machen. Vorteil: einfache Aktualisierung, mehr Platz für Details, mehrsprachige Ausgabe. Nachteil: Abhängigkeit von Technik und Akku. Eine Kombination aus Papier und digital gilt daher als sinnvollste Lösung: Die Papierkarte als Backup, das Smartphone für detaillierte Infos.
Medikamente und Allergien richtig dokumentieren
Medikamentenlisten und Allergien gehören zu den wichtigsten Informationen auf einer Notfallkarte. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben können im Ernstfall gefährlich werden – etwa wenn ein Medikament verabreicht wird, auf das Sie allergisch reagieren.
Medikamente
Notieren Sie für jedes regelmäßig eingenommene Präparat:
- Wirkstoffname: Wichtiger als der Handelsname, da dieser international variieren kann (z. B. „Metformin“ statt „Glucophage“).
- Dosierung und Einnahmezeitpunkt: z. B. „Metformin 1000 mg, 2×täglich“.
- Grund der Einnahme: Kurz und klar, z. B. „Diabetes Typ 2″, „Bluthochdruck“.
Wenn die Liste zu lang für die Karte wird, verweisen Sie auf einen separaten Medikamentenplan, den Sie im Reisegepäck oder als Foto auf dem Smartphone mitführen. Viele Hausärzte stellen einen solchen Plan aus – fragen Sie danach.
Allergien und Unverträglichkeiten
Listen Sie alle bekannten Allergien auf, insbesondere solche, die akut lebensbedrohlich sein können (z. B. Insektengift, bestimmte Antibiotika). Unterscheiden Sie zwischen echten Allergien und Unverträglichkeiten: Eine Laktoseintoleranz ist unangenehm, aber nicht notfallrelevant; eine Penicillinallergie hingegen muss Rettungskräften sofort bekannt sein. Verwenden Sie eindeutige Formulierungen: „Allergie: Penicillin, Erdnüsse“ ist besser als „verträgt kein Penicillin“.
Falls Sie einen Notfall-Pen (z. B. Adrenalin-Autoinjektor bei Insektengiftallergie) bei sich tragen, vermerken Sie das auf der Karte und wo Sie ihn aufbewahren (z. B. „Adrenalin-Pen in Jackentasche“).
Notfallkontakte: Wen Sie eintragen sollten
Notfallkontakte sind die Personen, die im Ernstfall informiert werden sollen. Wählen Sie mindestens zwei Kontakte aus, idealerweise mit unterschiedlichen Telefonnummern (Festnetz und Mobil), um Erreichbarkeit zu erhöhen. Typische Kontakte sind:
- Ehepartner oder Lebenspartner: Meist erste Wahl, da engste Vertrauensperson.
- Erwachsene Kinder oder Eltern: Besonders wenn Partner nicht erreichbar oder selbst betroffen ist.
- Enge Freunde oder Nachbarn: Wenn keine nahen Verwandten in der Nähe wohnen.
- Hausarzt: Kann medizinische Vorgeschichte erläutern und Behandlung koordinieren.
Notieren Sie zu jedem Kontakt die Beziehung (z. B. „Ehefrau“, „Sohn“, „Hausarzt“) und eine Telefonnummer mit Ländervorwahl, falls Sie international unterwegs sind. Informieren Sie die eingetragenen Personen, dass sie als Notfallkontakt hinterlegt sind, und stellen Sie sicher, dass deren Nummern aktuell sind.
Datenschutz und Einverständnis
Klären Sie mit Ihren Notfallkontakten, dass deren Daten auf Ihrer Karte stehen. In Deutschland ist das im privaten Kontext unproblematisch, dennoch empfiehlt sich ein kurzes Gespräch – schon allein, damit die Person weiß, was im Notfall auf sie zukommen könnte.
Codes und Zugangsdaten: Sicherheit wahren
Notfallkarten sollen im Ernstfall schnell zugänglich sein – aber nicht für Unbefugte. PIN-Codes für Bankkarten, Passwörter für Online-Banking oder die Zahlenkombination Ihres Safes gehören nicht auf die Notfallkarte. Stattdessen können Sie folgende Strategien nutzen:
- Vertrauensperson: Hinterlegen Sie wichtige Codes bei einem Angehörigen oder in einem versiegelten Umschlag bei Ihrem Notar oder Hausarzt.
- Passwort-Manager: Nutzen Sie einen digitalen Passwort-Manager mit Notfallzugang (einige Dienste bieten „Emergency Access“, bei dem eine Vertrauensperson nach Wartezeit Zugriff erhält).
- Papier-Backup: Bewahren Sie eine verschlüsselte oder codierte Liste an einem sicheren Ort auf (z. B. Bankschließfach), nicht im Portemonnaie.
Auf der Notfallkarte selbst können Sie einen Hinweis notieren, etwa: „Weitere Informationen bei [Name Vertrauensperson]“ – ohne Details preiszugeben.

Regional unterwegs: Besonderheiten im Hunsrück
Wer im Hunsrück wandert, Rad fährt oder die Region erkundet, bewegt sich oft in dünn besiedelten Gebieten mit teils eingeschränktem Mobilfunknetz. Gerade auf abgelegenen Waldwegen oder in Tälern kann es vorkommen, dass kein Empfang besteht. Hier zeigt sich der Wert einer analogen Notfallkarte besonders deutlich: Sie bleibt lesbar, auch wenn das Smartphone keinen Balken anzeigt.
Zusätzlich empfiehlt es sich, bei längeren Touren Angehörigen oder Freunden Bescheid zu geben: Route, geplante Rückkehrzeit und eine Kontaktnummer. So wissen andere, wo Sie unterwegs sind, falls Sie sich nicht wie geplant melden. Viele Touristikinfos im Hunsrück bieten auch Wanderkarten mit eingezeichneten Rettungspunkten – nummerierte Schilder im Wald, die Rettungskräften die Orientierung erleichtern. Notieren Sie sich die Nummer des nächsten Rettungspunkts, wenn Sie eine Pause machen, und geben Sie diese im Notfall durch.
Regionale Notrufnummern und Anlaufstellen
Die europaweit gültige Notrufnummer 112 erreicht Rettungsdienst und Feuerwehr – auch im Hunsrück. Für die ärztliche Bereitschaftspraxis außerhalb der Sprechzeiten wählen Sie die 116 117. Diese Nummern sollten Sie im Kopf haben oder auf der Notfallkarte vermerken, falls Sie sie jemandem weitergeben müssen, der nicht ortskundig ist.
Lokale Apotheken, Arztpraxen und kleine Krankenhäuser sind in den größeren Orten der Region zu finden. Bei akuten Notfällen zählt jedoch die 112 – Rettungswagen und Notarzt kommen auch in entlegene Ecken, benötigen aber präzise Ortsangaben. Hier hilft die GPS-Funktion des Smartphones (falls Empfang besteht) oder die Angabe markanter Punkte und Rettungspunkt-Nummern.
Checkliste: Notfallkarte Schritt für Schritt
Damit Sie Ihre eigene Notfallkarte unkompliziert erstellen können, hier eine kompakte Checkliste:
- Daten sammeln: Tragen Sie alle relevanten Informationen zusammen (Medikamente, Allergien, Kontakte, Versicherungen).
- Vorlage wählen: Nutzen Sie eine Blanko-Vorlage (online verfügbar) oder gestalten Sie eine eigene im Textverarbeitungsprogramm.
- Informationen eintragen: Füllen Sie die Felder klar und leserlich aus; bei Platzmangel priorisieren Sie die wichtigsten Punkte.
- Prüfen lassen: Zeigen Sie die Karte Ihrem Hausarzt oder Apotheker – eine kurze Durchsicht kann Fehler aufdecken.
- Drucken und laminieren: Drucken Sie die Karte auf festem Papier und lassen Sie sie laminieren (Scheckkartenformat).
- Platzieren: Legen Sie die Karte ins Portemonnaie, am besten hinter den Personalausweis oder die Krankenversicherungskarte.
- Digital hinterlegen: Ergänzen Sie die Infos im Notfallpass Ihres Smartphones.
- Notfallkontakte informieren: Sagen Sie den eingetragenen Personen Bescheid und stellen Sie sicher, dass deren Nummern aktuell sind.
- Regelmäßig aktualisieren: Setzen Sie sich einen jährlichen Termin (z. B. am Geburtstag), um die Karte zu prüfen und bei Bedarf zu erneuern.
- Kopien anfertigen: Legen Sie eine Kopie ins Reisegepäck, ins Auto oder zu Hause an einen festen Ort – für den Fall, dass das Portemonnaie verloren geht.
Fazit
- Eine Notfallkarte mit Kontaktdaten, Medikamenten und Allergien ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel, um im Ernstfall schnell und richtig versorgt zu werden – ob auf Wanderungen im Hunsrück oder auf Reisen weltweit.
- Kombinieren Sie analoge (laminierte Karte) und digitale Lösungen (Smartphone-Notfallpass), um maximale Sicherheit und Verfügbarkeit zu gewährleisten.
- Halten Sie die Informationen aktuell, prüfen Sie regelmäßig Kontakte und Medikamentenlisten, und informieren Sie Ihre Notfallkontakte über deren Rolle.
- Verzichten Sie auf sensible Codes und Passwörter direkt auf der Karte; nutzen Sie stattdessen sichere Hinterlegungswege bei Vertrauenspersonen oder digitalen Diensten.
- Gerade in ländlichen Regionen wie dem Hunsrück, wo Mobilfunkempfang nicht überall garantiert ist, bleibt eine Papierkarte ein zuverlässiger Begleiter für alle, die vorbereitet unterwegs sein möchten.
Häufige Fragen (FAQ)
Was gehört unbedingt auf eine Reisen Notfallkarte?
Auf eine Notfallkarte gehören Name, Geburtsdatum, Blutgruppe, mindestens zwei Notfallkontakte mit Telefonnummer, eine Liste regelmäßig eingenommener Medikamente, bekannte Allergien und wichtige Vorerkrankungen. Ergänzend sind Hausarzt-Kontakt und Krankenversicherungsnummer sinnvoll. Verzichten Sie auf PIN-Codes oder Passwörter direkt auf der Karte.
Sollte ich eine Notfallkarte in Papierform oder digital führen?
Am sichersten ist eine Kombination aus beidem. Eine laminierte Papierkarte im Portemonnaie bleibt immer verfügbar, auch wenn das Smartphone leer oder beschädigt ist. Digitale Notfallpässe im Smartphone bieten mehr Platz und lassen sich leicht aktualisieren. So haben Sie in jeder Situation Zugriff auf Ihre Daten.
Wie oft sollte ich meine Notfallkarte aktualisieren?
Prüfen Sie Ihre Notfallkarte mindestens einmal jährlich auf Aktualität – etwa am Geburtstag oder zu Jahresbeginn. Aktualisieren Sie sie sofort, wenn sich Medikamente, Kontaktnummern, Allergien oder Vorerkrankungen ändern. Ein veralteter Eintrag kann im Notfall mehr schaden als nutzen.
Darf ich Codes oder Passwörter auf der Notfallkarte notieren?
Nein, PIN-Codes, Passwörter und Zugangsdaten für Konten gehören nicht auf die Notfallkarte. Hinterlegen Sie solche Informationen stattdessen bei einer Vertrauensperson, in einem Passwort-Manager mit Notfallzugang oder in einem Bankschließfach. Auf der Karte können Sie lediglich einen Hinweis notieren, wo weitere Informationen zu finden sind.
Wo bewahre ich die Notfallkarte am besten auf?
Die Notfallkarte gehört ins Portemonnaie, idealerweise direkt hinter den Personalausweis oder die Krankenversicherungskarte. So finden Ersthelfer oder Rettungskräfte sie schnell. Zusätzlich können Sie eine Kopie im Reisegepäck, im Auto oder zu Hause an einem festen Ort hinterlegen – falls das Portemonnaie verloren geht.
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